Zugang zur Bahn

Hintergrund

Im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung des Verkehrs, aber auch der gesamten Gesellschaft soll der Öffentliche Verkehr (ÖV) gefördert werden. Der Schienenpersonenverkehr nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Es gibt zahlreiche objektive und subjektive Gründe für die Nichtnutzung des ÖV: Neben Angebot, Fahrzeiten, Verspätungen, Kosten oder auch der Sauberkeit ist der ÖV auch dann nicht attraktiv, wenn potentielle Kunden Schwierigkeiten beim Zugang zur Bahn haben.

Leider wurde die Aufmerksamkeit für diese Vernetzung zwischen der Bahn als schnellem und effizienten Verkehrsmittel über größere Distanzen und der unmittelbaren Einbindung in die Nahmobilität im kleinteiligen städtebaulichen Umfeld nicht immer genügend Beachtung geschenkt. Häufig bestehen in der Zugänglichkeit der Stationen sowie in der fußläufigen Vernetzung zwischen den einzelnen Teilen der Stationen (Busanbindung, P+R, B+R, etc.) erhebliche Qualitätsmängel wie z.B. enge Gehwege, große Umwege zum Bahnsteig, hohe Kfz-Verkehrsbelastungen auf dem Weg zum Bahnhof, lange Wartezeiten an Lichtsignalanlagen, eingeschränkte Querungsmöglichkeiten der Gleisanlagen, gefühlte Sicherheitsdefizite wegen schlechter Beleuchtung, unattraktive Umgebung, schlechte Abstellmöglichkeiten usw. Schon einzelne mangelhafte Netzabschnitte machen die gesamte ÖV-Route als Reisekette von Tür zu Tür unattraktiv. Dabei geht es um weit mehr als die gesetzlichen Anforderungen der Barrierefreiheit, um den Zugang zur Bahn für die verschiedenen Zielgruppen attraktiv zu machen.

Projektziele

Mit dem Projekt „Zugang zur Bahn“ werden deshalb folgende Zielsetzungen verfolgt:  

  • Zugang zum ÖV zum Qualitätsprodukt einer Reisekette machen
  • Erreichbarkeit der Stationen und Vernetzung der Verkehrsmittel, städtebauliche Integration, lokale Wegenetze und Beschilderung verbessern
  • objektive und subjektive Einschätzung der Fußwegequalität erfassen, auch zur Verknüpfung zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln (P+R und B+R Anlagen, Umstieg von Bus zu Bahn, etc.) und dem Bahnsteig
  • Pilotprojekte zur Verbesserung von Wegebeziehungen durchführen
  • übertragbare Empfehlungen als Leitfaden für die beteiligten Akteure, insbesondere die Kommunen in einem Praxishandbuch aufzeigen 

Arbeitspakete

Die Konzeption des Projekts sieht folgende methodischen Paketen vor:

  • Aufbau der Qualitätskriterien für den Zugang zur Bahn
  • Experimentelle Untersuchung in fünf Untersuchungsstandorten
    • Auswahl der Untersuchungsstandorte/Partner
    • Netzerfassung/netzfeine Erreichbarkeitsmodellierung, Begehung vor Ort
    • Befragung von Nutzern
    • Beurteilung/Entwicklung von Handlungsansätzen vor Ort, mit Partnern (Fünf Workshops)
  • Ableiten von übertragbaren Empfehlungen
    • Syntheseworkshop mit den Untersuchungskommunen und Projektpartnern
    • Pilotworkshop in einer Kommune aus der „Stationsoffensive“
  • Politikberatung
  • Inhaltliche Aufbereitung der Empfehlungen zur Veröffentlichung in einem Praxishandbuch, Abschlussveranstaltung

Auftraggeber

Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Laufzeit

März 2017 - Dezember 2018

Kontakt

M. Sc. Chenyi Ji

Telefon: +49.89.289.23836

E-Mail: chenyi.ji@tum.de